Wandern, wie zu Paulus Zeiten im Süden der Türkei

By 14. Juni 2013 Reiseberichte No Comments

Auf den Spuren einer Missionsreise

Der Paulusweg im Süden der Türkei folgt der 500 Km langen Route der ersten Missionsreise des Apostel Paulus ( Apg.12,25-14,28). Sein Ziel war es, Gemeinden zu gründen und wenn diese in der Lage waren, sich selbst zu organisieren, reiste Paulus weiter.

Der Weg

Die genaue Wegführung ist unter den Experten umstritten. Deshalb gibt es zwei Varianten. Der östliche Arm führt über Aspendos, entlang des Flusses Köprülü Çay, der westliche Arm führt über Perge nach Adada. Hier treffen sich die beiden Routen und führen weiter nach Yalvaç, von dort aus zum Egirdirsee um in Antiochia/Prygien zu enden.

Antike Stätten

Besuche der antiken Orte sind Highlights der Reise. Besonders gut erhalten sind Perge, Adada und das Amphitheater von Aspendos in denen die Kulturen von Goten, Griechen, Römern, Persern, Seldschuken und den Turkmenen zu entdecken sind.

In Selge gibt es fünf Kirchen, wovon eine auf vorhandenen, antiken Grundmauern eines Gemeindehauses steht, welches zur Zeitwende datiert wird. In der Bibel ist die Reise des Paulus um 46 n.Chr. angegeben. Er versammelte die Gemeinden in diesen Sälen, um zu predigen. Grundrisse dieser Art begegnen uns immer wieder im Laufe unseres Fu?marsches.

Die Wanderung

Unsere Wanderung war im Juli/August, zur heißen Jahreszeit. Wir empfehlen aber, den sehr anspruchsvollen Weg im September oder Oktober bei angenehmeren Temperaturen zu gehen. Die Wetterlage im Frühjahr ist sehr wechselhaft aber mild. In den Höhenlagen muß dann mit Schnee gerechnet werden.

Ein großer Teil des Paulusweges ist mit Zeichen markiert. Doch durch Waldarbeiten, Erdrutsche oder Waldbrände sind viele Zeichen verblichen oder sogar ganz verschwunden. Detaillierte topographische Wanderkarten sind für die Türkei aus militärischen Gründen nicht erhältlich. Es gibt zwar einige Wanderführer, die auch Karten enthalten, doch diese sind eher eine Übersicht, als eine Hilfe. So manche Beschreibung ist nicht mehr aktuell und selbst mit den angegebenen GPS Daten landeten wir einmal vor einer steil aufragenden Felswand.

Wer individuell und ohne Führer reisen möchte, ist auf sein Orientierungstalent angewiesen – Kompass ist angesagt.

Ausrüstung

Rucksack und Ausrüstung sollte mit 10 bis 15 Kilo kalkuliert werden. Viele Passagen sind sehr steinig und steil. Einige Klettersteige verlangen gutes und festes Schuhwerk, ein geeignetes Seil und eine noch bessere Kondition. Der tägliche Wasserbedarf muß mit 6-8 Litern Quellwasser kalkuliert werden.

Übernachten

Herbergen fehlen außerhalb der großen Orte. Ein leichtes Zelt ist mein Nachtschutz. Vor stechenden Plagegeistern, Skorpionen und Schlangen schützt uns ein gutes Moskitonetz. Unsere Wanderstiefel hängen wir zur Vorsicht an einem Baum auf.

Wer ein festes Bett bevorzugt, fragt in einem Dorf und gegen ein paar Lira erhält er nicht nur ein Nachtlager, sondern am anderen Morgen auch ein typisches, reichhaltiges Frühstück, das traditionsgemäß auf dem Boden serviert wird. Die Ansprüche an die Hygiene müssen dabei oftmals auf ein Minimum heruntergesetzt werden.

Fazit

Damals, wie heute, bleibt es die gleiche Mühe, diesen Weg zu erwandern. Ob Paulus diese Route so gegangen ist, wissen wir nicht genau. Doch die antiken Stätten und die Landschaft sind so eindrucksvoll und schön, dass sich eine Wanderung in diesem Gebiet mehr als lohnt.

Ausrüstungstip:

Sehr bewährt auf Rucksackreisen und Wanderungen mit leichtem Gepäck hat sich die Minimus Jacke von Montane. Mit gerade einmal ca. 230 g lässt sich die Jacke klein und platzsparend im Rucksack verstauen und bei Bedarf schützt die Jacke sehr gut gegen Regen und Wind. Zudem ist das hochwertige Material atmungsaktiv und robust. Jetzt Montane Minimus Jacket anschauen

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